Donnerstag, 18. Februar 2010

after birth party

03:18
Das unbegrenzte Ausmaß der proletarischen Widerlichkeiten meines Seins kommt nachts um halb vier zum Vorschein, wenn ich, noch voll bekleidet inkl. Winterstiefel und Mantel, in der Küche stehe und mit einer gebrauchten Gabel von vorvorgestern kalte Nudel in mich reinstopfe. In Anbetracht meines Schwankungsgrades beeindruckt mich die Tatsache in einem Ausmaß, dass sich irgendwo zwischen Buckel und Arsch befindet. Ich wanke zielstrebig gen Schlafzimmer, wobei ich im Hänsel-und-Gretel-Stil eine Spur aus Kleidung hinter mir herziehe, um von der bösen Hexe erhascht zu werden oder später das Klo zu finden. Meine Bettseite kann ich ob des unüberwindbaren Hindernisses in Form meines Freundes nicht erreichen und roll mich deswegen auf den 10 Zentimetern zwischen seinem Körper und der Matratzenkante zusammen. Ein verschlafenes "Was machst du da?" ertönt aus der Ferne, dicht gefolgt von einem liebevollen "Oooh, is dir schlecht?". Ich bekomme mehr Platz und werde zugedeckt. Süß.

10:18
Uh. Der gesamte gestrige Tag scheint es sich in meiner Großhirnrinde bequem gemacht zu haben und klopft unaufhörlich, einem Nachbarn mit einer Bohrmaschine gleich, gegen meine Kopfdecke. Schlafen.

15:34
Nach 35 leidenden Minuten, in denen ich erfolglos versucht habe, den Kopfschmerz mit Wasserschlückchen zu stillen, beschließe ich, dass es einfach beschissen ist, wach zu sein. Schlafen.

16:52
Ich bin wach. Und weil ich nicht nur ein versoffenes Miststück bin, sondern auch irgendwie erwachsen, hab ich eine Hausapotheke die in puncto Ausstattung ihresgleichen sucht. Dass sie in einem alten Schminkkoffer untergebracht ist, tut nichts zur Sache. Ich habe Aspirin. Unmengen. Yay! Ich beseitige in Zeitlupe die Party-Reste im Wohnzimmer und wundere mich zum hundertsten Mal über die vollen Bierdosen. Nicht nur, dass ich das Bier gezahlt hab, ich muss es auch unverrichteter Dinge wegschütten und nix stinkt so penetrant wie 15 Stunden altes, warmes Bier für einen katergeplagten Magen. Bäh. Dann bin ich wieder erwachsen und verarbeite den Mitbewohner-Karfiol zu einem großen Topf selbstgemachter Suppe. Versuche zu ignorieren, dass mir das Leben durch die Finger läuft. Laufe in T-Shirt und Boxershort meines Freundes herum, um das Gefühl von Einsamkeit wegzubekommen. Mist. Mist. Mist.

Samstag, 13. Februar 2010

Peter oder Pan

"Hallo! Du bist jetzt erwachsen." Erwachsen werden ist also passé. Wir sind schon groß und wenden uns fortan größeren Zielen als der Aufzucht perfekt lackierter Fingernägel zu. Solange jene nämlich eine Aktentasche umklammern ist ihre Existenz zwar unumgänglich aber nebensächlich. Und überhaupt und sowieso treffen wir uns zum Lunch oder Dinner? Und wann schütten wir uns in einer Bar mit überteuerten Cocktails (achten Sie auf die Marke!) zu, um endlich die alkoholgeschwängerten Ohren unserer Gegenüber mit alten (ungleich erwachsen!) Schmus zu verwöhnen, weil der das morgen (außer fieses Exemplar, dass dem eigenen Ansehen/Erfolg schaden möchte) eh nimmer weiß. Zukunft. Moment. Nein.

Weg - Ziel - Fragezeichen

Wenn Vernunft und Glück scheinbar in zwei verschiedene Richtungen wandern, könnte es sein, dass sie sich irgendwann wieder treffen und dann wird alles gut. Fragt sich nur, ob man dem einen oder dem anderen nachhumpelt (weil ja festgefahren und außerdem erwachsen und halb lahm). Ich zumindest. Also fragen. Mich. Die definierte und deswegen eingegrenzte Allgemeinheit hat explosionsartig (Vulkan-Molotow-Mehlbombe-Flatulenz o.ä) eine kluge Antwort parat, deren kumulierte Skala ein vielfältiges Spektrum Weisheiten enthält.
"Musst arbeiten gehen, wenn da was ned passt."
"Du hast da des ausgsucht, jetzt musst es durchziehen!"
"Du musst das Beste draus machen."
"Wennst da a Chance erkämpfen kannst, musst des nutzen!"
"Du musst endlich anfangen zu leben."
Muss ich? Muss ich? Muss ich?

may be be be... BE!

Wenn man jahrelang auf etwas wartet  und es dann in den Gehörgang gestaubt bekommt, bringt einen das derart durcheinander, dass Silberstreifen plötzlich aussehen wie das hilflose Gekritzel eines vierjährigen Lausbuben mit grasgrünen Knien. Hoffnung - Hoffnung - ruft's aus dem Wald!

Rotten?

Die ganze verfickte und/oder verdammte Welt besteht aus Geld, Ficken und BWL. Und der Rest ist Treibenlassen.

Menschl-ich

Ständig belächeln leicht übergewichtige (phy- wie psychisch) Menschen mein Sein. Hm. Whatsoever, auch dazu lass ich mich hinreißen.

Countdown

Mein Geburtstag rückt in unabwendbare Nähe, was mir nicht nur wegen verteufelter Primzahl sondern vielmehr wegen perspektivenloser Unzufriedenheit im fortgeschrittenen Alter Sorgen macht. Dass die interessantesten Charaktere Mitte 20 nicht wussten, was sie wollten beruhigt direkt in der Situation auch nicht.

Montag, 14. Dezember 2009

En attendant Leben

Skay: Komm wir gehen!
Hoffnung: Wir können nicht.
Skay: Warum nicht?
Hoffnung: Wir warten auf das Leben.
Skay: Ach ja.

Sonntag, 13. Dezember 2009

I'll change my life. Tomorrow.

Montag, 9. November 2009

coming soon:

Viele Gedanken, Wünsche, Träume und Beschimpfungen. :-)

Donnerstag, 27. August 2009

Pamela

Meine erste Diät wollte ich im Alter von 9 Jahren machen. Seit diesem Zeitpunkt finde ich meine Oberschenkel zu fett - ohne Pause, bis heute, dreizehn Jahre lang. Dreizehn Jahre voller Kalorienzählen, Gemüse, Entschlackungstee und Völlerei, mit dem sensationellen Ergbeniss, dass ich immer noch unzufrieden bin. Nicht nur mit den Oberschenkeln.

Ich will 15 Zentimeter größer (verteilt auf Ober- und Unterschenkel) und 10 Kilo leichter sowie im Besitz ausgeprägter Wangenknochen, Stupsnäschen, Schmollmund und strahlend weißer Zähne sein, außerdem runde, volle Brüste, die immer gen Norden zeigen und beim Laufen verführerisch wippen, einen superflachen Bauch und einen festen, wohlgeformten Arsch. Im Übrigen noch gesunde Finger- Zehennägel UND, um das Bild zu komplettieren, langes, platinblondes, glänzendes Haar.

Ich bin die Ausgeburt der Barbie- und Baywatch-Generation. Verdammt.

Sonntag, 23. August 2009

...

<<
you are always trying to keep it real
i'm in love with how you feel
i don't see what anyone can see in anyone else
but you
>>

blockade

ich kann mich nicht ausdrücken.


<< right now i feel each and every fragment
this paper trail leads right back to you
you said you need me to step outside
we spent the evening unpacking books from boxes
you passed me up so as not to break a promise
scattered polaroids and sprinkled words around your collar
in the long run YOU SAID YOU KNEW THAT THIS WOULD HAPPEN

... you HAD to leave, i appreciate that
but i hate when conversation slips out of our grasp


... and i decided just to write after all>>

but i can't

Montag, 29. Juni 2009

TU

mr. or mrs. x: heeey! machen wir am x.x. xxx?
skay: geht nicht, da hab ich noch prüfungen.

----

oh noes, i'm gonna cry!

Freitag, 26. Juni 2009

"du erwartest zuviel."

Nur alles. Wie immer. Oder nichts.

Ist das zuviel?

Für mich soll's rote Rosen regnen...

nachts, halb 1, skriptum seite 72, gefühlte 10.948

???

Midlife-Crisis. Eigentlich Quarterlife-Crisis. Aber selbst für die bin ich noch zu jung. Trotzdem: Midlife-Crisis, gemäß der Vermutung, dass ich eh nicht älter als 45 werde.

Nachdem ich (zumindest temporär) die mich monatelang quälende Frage betreffend Liebe - Geborgenheit - Einsamkeit ob Gegenstandslosigkeit hinter mir gelassen habe, kann ich mich den wirklich wichtigen Dingen meiner Existenz widmen: Wohin zum Teufel soll das alles eigentlich führen?

Antwort hab ich auch schon eine darauf: Keine Ahnung. Ich seh statt Sinn nur Fragezeichen, statt Weg nur Trampelpfad und statt klarem Ziel irgendwas verschwommenes am Horizont. Und vor allem hab ich meinen Kompass verloren.


gesprächsbasis

"ich hasse die prüfungszeit."

- "das hast du dir ausgesucht, was soll ich machen?"

"ich hasse mein studium."

- "das hast du dir ausgesucht, was soll ich machen?"

"ich hasse mein leben."

..?

Dienstag, 16. Juni 2009

scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße scheiße

alles getippt. kein copy&paste.
ich bin einfach ineffizient.
fuck.

Freitag, 29. Mai 2009

BFF :-)

[12:05:27] Skay : jaja mein freund ist in der tat so überhaupt nicht PFLEGELEICHT
[12:05:27] crackbilly : und dein freund ist in der tat so überhaupt nicht PFLEGELEICHT
[12:05:31] Skay : :-D
[12:05:32] crackbilly : :-D
[12:05:35] Skay : ahahahahahahahahaha
[12:05:39] crackbilly : WIE GEIL
[12:06:01] Skay : crackbilly & skay - ein gehirn - zwei körper - vier titten
[12:06:06] crackbilly : fast 5
[12:06:07] Skay : vielleicht auch 6

Sonntag, 3. Mai 2009

die Grenzen des guten Geschmacks

[15:11:55] Skay : es is voll scheiße, wenn man den pc, das programm, seinen herausgeber, alle programmierer, sowie sämtliche menschen, die jemals damit gearbeitet haben, lauthals verflucht und ihnen die pest und schlimmeres an den hals wünscht.
[15:13:33] Skay : um dann draufzukommen, dass man an seiner eigenen blödheit gescheitert ist


Samstag, 2. Mai 2009

die kunst bin ich

[23:31:33] crackbilly : i bin wie da picasso .. a zeitl hatta nur mit blau gemalt, a zeitl nur quadratische frauen usw. so bin i halt auch!
[23:31:51] Skay : picasso war auf harte drogen, i war im picasso museum
[23:31:56] Skay : er hat viel obst gemalt
[23:31:58] Skay : und gitarren
[23:31:59] Skay : ziemlich geil
[23:32:02] Skay : i mag obst und gitarren
[23:32:02] crackbilly : ja, er is da geilste

wenigstens kann ich was erzählen

[17:24:40] Skay : i will amal mein führerschein machen
[17:25:10] the_fruit: ja, darüber ham wir gestern auch geredet... aber kostet momentan schon mindestens mal 1000€, oder?
[17:25:51] Skay : ja so 1,5 kannst rechnen
[17:26:08] the_fruit: verheerend teuer.
[17:26:13] Skay : i mach ihn eh ned
[17:26:24] Skay : sobald i 1500 euro angspart hab, fahri wahrscheinlich nach thailand, wie ich mich kenn
[17:26:30] Skay : <- idiota!

Mittwoch, 29. April 2009

brüste und andre wünsche

[20:51:36] Skay : ma i will an kakao
[20:51:49] Nadine : und i will a intimpiercing
[20:51:57] Skay : das will ich auch
[20:52:11] Skay : i will nase, brustwarze, intim und a transdermales auf da hand
[20:52:39] Skay : außerdem will ich eine million tattoos, einen billabong bikini und eine roxy boardershort, die coolen billabong flipflops, die ich bei ebay gefunden hab und meinen tauchschein
[20:52:42] Nadine : brustwarze hab i schon ghabt.. hat mir aber dauernd weh getan :( deshalb is es wida draußn
[20:52:53] Skay : eeecht hast de wieda außatan? du hast ja beide ghabt
[20:52:58] Nadine : na i hab lei eines ghabt
[20:53:31] Skay : i trau mi das ned, i stirb sicha beim stechen, meine nippel san so empfindlich, die stehn schon, wenn i lei an sie denk
[20:53:34] Skay : so wie jetz grad
[20:53:51] Skay : aaaah

In Zeiten der Not...

[17:10:08] crackbilly : na, i will da echt net hin
[17:10:14] crackbilly : das wird sooooooooo fad
[17:10:25] Skay : i geh lei hin, weil ich essen krieg. gratis.
[17:10:28] Skay : ich bin die hure meines magens.

Sonntag, 26. April 2009

Sir, we are surrounded! - Excellent, we can attack in any direction

Der Witz am Leben ist der, dass einem das Unglück immer penetrant auf der Nase rumtanzt, während sich das Glück ganz heimlich, still und leise einfach auf der Schulter niederlässt und summt.

Während man das eine also gar nicht übersehen kann, weil es einem schlicht den Blick auf alles andere verwehrt, ist das zweite so unauffällig, dass es leicht in Gefahr gerät in einem unachtsamen Moment vom Sitzplatz gefegt zu werden. Beim Haare kämmen zum Beispiel.

Und sehen kann man es ja auch nicht, außer man nimmt sich mal die zwei Sekunden Zeit, den Kopf um 90° zu drehen, ohne dass man im selben Augenblick nach mörderischen Straßenbahnen Ausschau hält, die im Begriff sind, einen samt Fahrrad und neuen FlipFlops (zwar nicht schwarz, aber braun und bunt!) zu zermalmen.

Und erst, wenn man endlich mitbekommt, dass sich das Unglück beleidigt in eine Ecke verzogen hat und nur noch ab und zu rummotzt oder einem einen stumpfen Gegenstand an den Kopf wirft, bemerkt man, dass man umzingelt ist - von kleinen glänzenden Glücksmomenten mit silbrigen Flügeln, die sich in rasantem Tempo vermehrt haben und einem im Sonnenlicht das ganze Spektrum des Regenbogens präsentieren. Phantastisch.

Donnerstag, 23. April 2009

i'm a dreamer

since i remember i always wanted so much more. and every night i just dream of what life could be, if things would go the right way. my way. it never happens. impartialy, i already have nearly EVERYTHING i person could only wish for (except enough money). But still im not satisfied (i even had to look up the correct translation on leo.org...). I always want more. And probably i'll mostly be happy but i'll never be satisfied. Maybe, that's a good thing. Who knows? It's just me. Walking on a boulevard of broken dreams. And still, there's so much more to dream of...

Donnerstag, 16. April 2009

Bäumchen wechsel dich

Billy stößt die Türe auf und brüllt einen Willkommensschrei gen Wohnzimmer, wobei ihre Kontrolle über die Kraft ihrer Stimmbänder ob der laut dröhnenden Kopfhörer eher wage ist. Im Jacke-aus-ziehen streift sie die Musik ab, gerade rechtzeitig um ein dumpfes Gemurmel, das eventuell ein Gegengruß sein könnte, zu vernehmen.

"Ich hab dir eine Pflanze mitgebracht!" sagt sie, immer noch in Kopfhörer-auf-den-Ohren-Lautstärke. Der Bonsai schüttelt sich angewidert, reckt aber neugierig die Äste, als aus dem Gemurmel ein Geschlurfe wird, und erschreckt sich ganz fürchterlich als er plötzlich Pixies Gesicht in den Blättern hat.

"Ein Bonsaibaum? Billy, bist du wahnsinnig? Ich sagte, was pflegeleichtes!" Pixie rümpft genervt das Stupsnäschen und beugt sich noch weiter vor um den Bonsai zu inspizieren. "Die Dinger sind richtige Mimöschen. Du schaust sie einmal schief von der Seite an, schon sind sie beleidigt und sterben aus Trotz!" Der Bonsai macht Anstalten, sich eingeschnappt zurückzuziehen, besinnt sich aber im letzten Moment. Die Paraderolle der beleidigten Leberwurst möchte er nicht spielen.

Billy seufzt. "Du könntest doch mal deinen grünen Daumen unter Beweis stellen ", versucht sie die nächstbeste Ausrede. Pixie richtet sich wieder auf, grinst Billy an und umarmt sie "Naja, mal sehen." Sie packt den Bonsai und trägt ihn behutsam ins Wohnzimmer um ihn auf das schon vorbereitete Pflanzenplätzchen zu setzen. Er kriegt beinahe seinen nächsten Herzinfakt, als er das knalllila Ungetüm von Couch zu seiner Rechten entdeckt. Unmöglich! Die Farbe harmoniert ja mal gar nicht mit dem sanften Dunkelgrün seiner Blätter. Außerdem stinkt es penetrant nach Zigaretten. Er hüstelt geziert und versucht einen Blick aufs Fenster zu erhaschen. Leider verdeckt ihm just ein aus dem Nichts kommender Katzenkopf die Sicht - und die Welt besteht nur noch aus lila und Haaren - und Zähnen. Das ist ihm dann doch ein bisschen zuviel, Paraderolle hin oder er. Aus Protest lässt er gleich mal 3 Blättchen fallen.

"Ich geb ihm drei Wochen", hört er Billy sagen.


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Der Bonsai hustet. Das Zimmer ist verqualmt, durch das notstandshalber geöffnete Fenster dringt viel zu viel Luft herein, die Katze knabbert an seinen Astenden und Pixie, Billy und ein ganzer Haufen ihrer betrunkenen Freunde veranstalten einen Heidenlärm.

Seufzend lässt er sein drittletztes Blatt fallen und prompt wirft ihm Pixie einen traurigen Blick zu. "Ich glaube, jetzt ist er endgültig tot", schnieft sie in ihre Bierdose. "Morgen werd ich ihn wegwerfen."

Der Bonsai runzelt die Stirn und beschließt, dass es an der Zeit wird, seine Taktik zu ändern.


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Pixie sammelt die Armada leerer Bierdosen ein und kehrt die am Boden verstreute Zigarettenasche auf. Das Zimmer sieht schon wieder ganz gut aus, die Fenster sind jedoch sperrangelweit offen und sie hat Gänsehaut, aber der Gestank muss raus.

Seufzend bahnt sich sich ihren Weg zwischen Staubsauger und Dampfreiniger zum Bonsai. "Na dann komm mal, mein Junge... es tut mir leid, dass ich dich getötet habe." Sie bewegt sich Richtung Mülleimer, da fällt ein vereinzelter Sonnenstrahl auf die Astspitze rechts außen. Pixie bleibt abrupt stehen. Reckt das Gesicht soweit vor, dass ihre Nasenspitze fast das Ästchen berührt. Dem Bonsai laufen wohlige Schauer über die Rinde. "Das gibt's ja nicht! Du bist ein Kämpfer! Wahnsinn!" Erfreut über die unverhoffte Entdeckung einer Gemeinsamkeit, dargestellt durch einen winzigen, hellgrünen Blatttrieb, dreht sie sich schnell und wild hopsend im Kreis. Dem Bonsai wird schlecht. Pixie trällert lauthals ein silberhelles, eben erfundenes Liedchen. "Du bist ein Kämpfer - du bist ein Kämpfer - du bist ein Kämpfer - ich werd dich gießen!"

Sie schwebt mit ihm aus dem Wohnzimmer, schlägt vor der gefürchteten Haustüre eine scharfe Kurve und der Bonsai ist plötzlich im Paradies. Weiß, warme Brauntöne und viel Blau - Farben in der seine frischgrünen Blätter phantastisch zur Geltung kommen. Und erst diese Luft! Sonne! Lächelnd platziert Pixie ihn zwischen drei Kakteen und einer Aloe Vera Pflanze, die ihn alle drei neugierig - aber freundlich - mustern. Sie geht ein bisschen in die Knie und sieht in direkt an. "Das war dir zu stressig da draußen, gell mein Kleiner? Ich hoffe, hier gefällts dir besser!" Der Bonsai spürt all die neuen Triebe unter seiner Rinde. Und schnurrt zufrieden.

Dienstag, 24. März 2009

Lektion III: Stilles Glück

"... und wir waren glücklich, wir waren nur zu beschäftigt, um es zu bemerken..."

Manchmal ist Glück einfach der Mangel an Lust&Zeit nach Mäkeln zu suchen. Dann plätschert das Leben, mit all seinen Facetten, so vor sich hin. Nicht himmelhochjauchzend - aber auch nicht zu Tode betrübt. Sehr irdisch. Und ziemlich langweilig.

Résumé

i like:

x die sich langsam durchsetzende sonne
x das wiederkehrende durstgefühl
x die neu aufflammende liebe zur englischen sprache
x den sortierten kleiderschrank
x die blumen im haar


i don't like:

x die prä- sowie postmenstruellen shoppingflashes
x das geld, das ich nicht hab (siehe: obere zeile)
x die zeit, die ich nicht hab
x die gereizte haut



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5:4 - Gee! :)

Donnerstag, 12. März 2009

Klopfer & Blume

Es ist nicht viel anders. Beziehungsweise es war ganz anders, wurde dann aber anders und ist jetzt nicht viel anders.

Ich warte auf Nachricht von dir.
Ich denke an dich und muss lächeln.
Ich treffe dich in meinen Träumen.
Ich freue mich, deine Stimme zu hören.
Ich genieße jede Sekunde mit dir.

Der einzige Unterschied ist, dass du tatsächlich da bist. Du bist das VIEL. Und ich muss ehrlich gestehen, dass mich das wahrhaft verwundert.

Yellow Lemon Tree

Gestern Nacht stand vor meinem Fenster ein pralle Früchte tragender Zitronenbaum. Vor einem sensationellen Himmel. Das gab ein einmaliges Farbenspiel aus gelb, grün und blau. Im Hintergrund hat dann noch der Stephansdom gewinkt. Nichts wollt ich mehr, als das zu fotografieren, um es festzuhalten. Aber man hat mich nicht gelassen, hat mich ständig vom Fenster weggezogen.


Heute morgen hab ich versucht, das zu analysieren. Der Zitronenbaum als Isolation, der blaue Himmel als Freiheit... blah. Kennen wir doch. Aber was soll das Foto? Und überhaupt und sowieso... holt mal eure Traumdeutungsbücher raus! :)

Itchy & Scratchy

Es juckt. Seit 10 Tagen. Unaufhörlich. Überall. Weh, ein jedem flohgeplagten Hunde. Nur dass der Hund (oder sein menschliches Alterego) im Normalfall weiß, wieso's juckt. Und just ein Lösungsmittel zur Hand hat. Lösungsmittel hab ich auch. Im Plural. Helfen tun sie alle nicht. Und eine vage Ahnung ob der Juck-Ursache hab ich auch: Pest. Cholera. BSE. Oder ich bin letzlich doch dem Wahnsinn verfallen.

Meine Mama sieht das ganz anders. Die schubst mich sogleich wieder in die psychosomatische Schublade. Und meint mythisch-neunmalklug, dass es mich juckt, weil ich aus meiner Haut rauswill. Und realistisch-kritisch, dass ich halt immer viel zu viel, respektive alles will/erwarte/versuche/verlange. Nur dafür gibt's auch kein Lösungsmittel zu kaufen.

Vielleicht hab ich aber auch tatsächlich nur Flöhe.

Freitag, 30. Januar 2009

Fairy's Tale

Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Eine Träumerin. Jemand, der immer nur sagt, wie das Leben sein sollte - und nie, wie es wirklich ist. Ich bin voller Sehnsucht. Voller Phantasie. Ich bin das Zentrum meines Lebens, noch nie hat sich meine Welt um etwas andres gedreht. Aber ich nehm dich mit - dahin, wo dich keiner kennt. Ich lebe eine Illusion. Ich bin mein eigenes Märchen. Ich bin da. Und irgendwann komm ich nie wieder. Auf der Suche nach neuen Geschichten.

Donnerstag, 29. Januar 2009

It's my game, isn't it?

Ok. Das ist alles vielleicht nicht gut. Aber es tut gut. Ich kann nicht mehr laufen. Ich brauch eine Auszeit, weil ich ansonsten restlos kollabieren werde. Und dennoch - nicht mal 1 Minute auf der Ersatzbank und schon kribbelt's überall und ich will unbedingt weiterspielen. Obwohl ich noch nicht mal einen Schluck Wasser getrunken hab. Von Traubenzucker ganz zu schweigen. Und eine Massage wär eigentlich auch nicht schlecht. Das Spiel ist immer noch in der ersten Halbzeit, es ist alles offen und ob ich jetzt grad am Feld stehe oder nicht, ist scheißegal. Aber ich will den verdammten Ball und das Tor gleich dazu. Der ganze Schmerz, die Erschöpfung, die zuckenden Krämpfe in den Unterschenkeln - alles just in dem Augenblick vergessen, als mein Po die beschissene Bank berührt hat. Ungeduldig zappel ich hin und her, meine Augen verfolgen sehnsüchtig den Spielverlauf. Der Trainer hat schon längst aufgegeben, mir dreinreden zu wollen. Soll ich mir doch meine Gesundheit verderben, wenn ich's so will, hat er gesagt. Grad will ich nichts lieber, als aufspringen und mich ins Getümmel werfen. Da fällt mein Blick auf den einbandagierten Knöchel - Nachwirkungen vom letzten Mal, als ich über die Schuhe der Realität gestolpert bin. Ich seufze. Kann ich jemals gewinnen, wenn ich nicht im Spiel bin? Oder ist die Frage viel mehr: Überlebe ich überhaupt die erste Halbzeit, wenn ich mir keine Ruhepause gönne? Mittlerweile steht nämlich definitiv die Gefahr im Raum, über meine eigenen Füße zu fallen.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Alles wird gut

Irgendwie
Irgendwann
aber ganz bestimmt nicht hier.

Freitag, 19. Dezember 2008

Lektion II: Partielles Glück

Auch wenn mit einer großen, dumpfen Schwermütigkeit geschlagen, bin ich doch recht schnell, recht leicht zu begeistern. Zum Beispiel mit einem Fruchtzwerg zum Frühstück. Oder einer simplen Umarmung. Obgleich ich noch läppische 10 Minuten zuvor innerlich wild und laut fluchend die Welt verdammte. Die bösen Geister lassen sich ohne große Anstrengung vertreiben. Problem: sie kommen wieder.

Nichtsdestotrotz bin ich durchaus in der Lage, Glück zu empfinden. Für Bruchteile der Zeit. Jetzt muss es mir nur noch gelingen, Bruchteil an Bruchteil zu heften, und ein glänzendes Ganzes zu erhalten.

Freitag, 5. Dezember 2008

Asche zu Asche

Gebranntes Kind scheut Feuer. Stimmt schon. Allerdings gibt es ein Land mit dem klingenden Namen "Übertreibung" - und ich bin seine Königin.

Und wenn man sich ob einer Verbrennung in paranoide Wahnvorstellungen stürzt, welche Stimmungsschwankungen jenseits von Gut und Böse verursachen, dann hat das nix mehr mit einer natürlichen Scheu vor Feuer zu tun, sondern ist vielmehr so, als würd man im tiefsten Winter mit achthundert Schichten Wollbekleidung rumlaufen, nur um ja nix anzünden zu müssen. Oder so. Verdammt. Ich hasse es, wenn ich mich vermetaphere.

Worauf ich hinauswill, ist ganz einfach. Ich muss aufhören, mich wie eine Wahnsinnige zu verhalten. Weil ich damit schon von vornherein kaputt mach, was noch nicht einmal begonnnen hat. Nicht gut. Und der Hausverstand sagt mir, dass ich Geduld, Sanftmut und ein bisschen Vertrauen in die Menschheit brauch. Is nur leider ausverkauft. Und jetzt muss ich Resteverwertung machen. Gnaaaa....

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Damn

grad a bissi nach unten gescrollt und düstere Worte gelesen... gegrinst. Dann geflucht. Weil die beste Frau der Welt am Ende doch wieder recht hatte. Und, sobald sie das hier liest, diesen Satz laut herausposaunend durch die unsrige Wohnung stampfen wird. Verdammt.

AAAAABER! Nix währt ewig - wie wir gelernt haben (zum wiederholten Male!) - und iiiiirgendwann werd ich wohl auch wiedermal unglücklich sein (und sei es wegen eingewachsener Zehennägel!) und daaahaaann.... dann keine Ahnung. Aber JETZT grade nicht! Was im Prinzip eh gut is. Also nicht nur im Prinzip. Also... warum zur Hölle reg ich mich eigentlich auf? ;-)

Inventur

Wohnung cool - check
Uni läuft - check
Musik spielt - check
Waage brav - check
Urlaub winkt - check
Freunde sind - check
Bodyart wartet - check
Zahnbürste vibriert - check

ohne jetzt einen Werbekalauer zitieren zu wollen... "ES GEHT MIR GUT!" after a long way down. Juhu!

Fffffffffft

Nachdem am Wochenende mein Körper w.o. gab, ist heute wohl der Geist an der Reihe. Ich mag nicht mehr. 10 Wochen Doppelstudium und ich hab mein Motivationstief erreicht. Ich fühl mich wie ein Luftballon, dem langsam die ganze Luft entweicht. Ich kanns sogar hören. Ffffft...

Gottseidank ist bald Weihnachten - damit der Mist endlich auch mal für was gut ist. Und ich mich wieder aufpumpen kann.

Gähn. Die Zwischenprüfung morgen hab ich schon heut nachmittag abgesagt. Ich bin müde. Und will mich viel lieber wieder ein bisschen auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren. Sex. Essen. Musik. Reihenfolge egal.

Donnerstag, 27. November 2008

Play on!

door bell's ringing, SKay sighs, moves slowly towards door to open it, her face shows tedium and resignation, she opens the door, face shows astonishment first, then pleasure - Luck's standing outside!

SKay (surprised): Oh my Gosh, what the hell are you doin' here? Haven't seen you for years!

Luck (bashful): Mhmm well, yeah... eehmmm. I'm a little late, I guess...

SKay (biting): Yeah, a little.

Luck (compunctios): Had a lot of things to do... I'm sorry! Made it as soon as possible...

SKay (sympathetic): Sure... wanna coffee and cookies?

Luck (eased): I'd appreciate that.

Lucks entering the room, going straightly to the living room, taking place at the table, SKay goes into the kitchen to make some coffee and get the cookies, Luck's looking around in the room, regarding the furniture with favor, SKay returns with the stuff

SKay (prattling): Your sister's still here.
Luck (asking): Hope?
SKay (nutant): Yeah, she's upstairs, freshen herself up. It's been a hard time for her without you, but she's fine.

SKay sits down

Luck (glad): Great, i was kinda afraid, she had left . Where's Passion?
SKay (sighing): In her bedroom. Broke her ankle a couple of weeks ago.
Luck (apalled): Oh my Gosh? What did she do?
SKay (giggling): Stumbled across Realities shoes.

She fills two cups with coffee

Luck (angry): He'll never learn to get his stuff together... He's always causing stupid accidents.
SKay (pacifying): Ah, it's not that bad. Passion is even able to walk again. She'll soon get well. Milk? Sugar?
Luck (cheery): Milk, no sugar. Aaah it feels good to be here again.

SKay pours some milk into the cups

SKay (hopeful): Are you gonna stay?
Luck (irresolutely): Probably...
SKay (honestly): I would love to have you 'round here.

Dienstag, 18. November 2008

Die Banane der Erkenntnis

Leicht ist es nicht, leicht war es nicht und leicht wird es wohl auch nie sein.
Es wird nur klarer. Aber nicht verständlicher.

Natürlich krieg ich nicht, was ich will, da ich ja nicht mal weiß, was ich will. Ich werf mir das Klischee-Unglück des einsamen Singles um, bausch es ein bisschen auf und jammere seelig vor mich hin.

Aber mal ganz ehrlich: ich hab doch überhaupt keine Ahnung. Weder von Beziehungen, anderen Menschen und Gefühlen und schon gar nicht vom Umgang damit. Vielmehr bin ich jemand, den Menschen a) sehr bald langweilen und b) noch schneller nerven. In der Regel sind mir jene am liebsten, die ich am seltensten zu Gesicht bekomme. Soll ich mich nach einem Mann verzehren, muss er sich rar machen. Und genau aus diesem Grund haben auch die Fernbeziehungen einigermaßen funktioniert.

Jedoch die Vorstellung ernsthaft jemanden in mein Leben zu lassen, ihn ständig sehen zu können und vor allem zu müssen, zaubert Fragezeichen in meine Augen. Ich weiß nicht, ob ich das will. Mehr graut mir davor.

Gefühle find ich gruselig, die eigenen wie die fremden. Und "alles teilen" zu wollen löst in mir Unverständnis aus. Mir fehlt schlicht der Glaube daran, dass Beziehungen wirklich funktionieren.

Ich bin ganz schnell (obgleich sehr geduldig, soll heißen nicht vorschnell!) darin, Menschen Etiketten auf die Stirn zu pappen. Hab ich doch unlängst einige mit der Aufschrift "Emotionaler Flachwichser" verteilt. Unter uns: der emotionale Flachwichser bin ich selbst.

Dienstag, 11. November 2008

90 x 200

Ich konnte es fühlen. sehen. hören. schmecken. riechen. Die Welt blieb draußen. Dort, auf dieser Insel, war alles in Ordnung.
Das Glück war 1,8 m² groß.

Montag, 10. November 2008

hit me

is it enough to have some love
small enough to fit inside the cracks
the pieces don’t fit together so good
with all the breaking and all the gluing back

and i am still not getting what i want
i want to touch the back of your right arm
i wish you could remind me who i was
because every day I’m a little further off

and is it getting easy not to care
despite the many rings around your name
it isn’t funny and it isn’t fair
you’ve traveled all this way and it’s the same

Sonntag, 9. November 2008

Glück schaffen, Lektion I

heute Konzertkarten im Wert von vielen vielen Euros und noch mehr Emotionen bestellt. Glücksgefühl. Vorfreude. Hach.

es lebe der spanische Ska, es lebe Britpop, es leben DÄ!
ES LEBE DIE MUSIK!


...es könnte so einfach sein - ist es manchmal auch.

Samstag, 8. November 2008

Unable

It's not, that i don't care.
It's not, that i don't try.
It's not, that i don't want to.
It's just, that i can't.
love.
anymore.
anyone.
else.

Fuck.

been down so long, it looks like up to me

Es geht.

Ich mag meine Wohnung,
Ich mag mein Zimmer.
Ich mag meine Katze.
Ich mag mein Studium.
Ich mag die Arbeit, die durch mein Studium entsteht.
Ich mag meine Mitbewohnerin, ich mag meine Freunde.
Ich mag meine Wochenendaktivitäten.
Ich mag meine Haare (manchmal).
Ich mag das Buch, das ich gerade lese.
Ich mag jedes Lied auf meinen Ipod.

Es könnte wesentlich schlimmer sein. Aber ganz ehrlich: es könnte auch wesentlich besser sein. Ich könnte zum Beispiel nicht jede zweite Nacht von wirren Halbwach-Träumen geplagt werden, die mich nach dem Erwachen zwingen, mit klopfenden Herzen auf mein Cellphone-Display zu starren, nur um es dann enttäuscht wieder unter den Polster zu stopfen. Das muss aufhören. Sonst werd ich noch zu einem Weib, voller Hass, mit schwarzer Mähne (die nachts am dunklen Ufer steht und lästert...)

Aber ich halt mich verhältnismäßig gut. Vor drei Jahren hätt mich diese Situation noch über den Rand der Verzweiflung getrieben. Naja. Ich bin schon so lang am Boden, es fühlt sich gar nicht mehr so an. Mehr wie schweben.

Distanz

Mit der Zeit wird alles besser. Sagt man. Wird's auch. Ich mein, hey! ich denk auch andre Sachen. Juhu. Fortschritt sei mein. Emotionale Unabhängigkeit. Whatever. Passt schon. Alles gut. Alles weit weg. Ich hab mein Leben und es ist gut. Nur manchmal, manchmal sehne ich mich nach der Ungewissheit... die mich zumindest zeitweilig in ihren einlullenden Armen empfing. Denn wer will schon Klarheit, wenn diese Klarheit recht grausam ist?