Samstag, 8. März 2008

Ich und Ich... quasi das königliche Wir

Die Wahrheit ist, dass ich im Grunde ein verdammt langweiliger Mensch bin. Dass ich, ohne große Anstrengungen, der langweiligste Mensch der Welt sein kann. Und dass es mich an den meisten Tagen nicht mal sonderlich stört.

Ein Tag, den ich vom Aufwachen (und ich sage absichtlich "Aufwachen" und nicht "morgengs") bis zum Schlafengehen mit einem Buch verbringe, ist für mich nicht verschwendet. Ich kann mich problemlos stundenlang mit einer Bronte-Schwester oder Hornby oder meiner neuen großen Liebe Altmann beschäftigen.

Ich brauch gar nicht ständig Parties. Ich muss nicht mal täglich Kontakt zur Außenwelt haben. Sei es via Telefon, Fernsehen oder gar von Angesicht zu Angesicht.

Ist nicht nötig. Sperren Sie mich monatelang mit einem gut gefüllten Bücherregal, einer tollen Surround-Anlage sowie einer großen Sammlung an CDs, Live-DVDs und Vinyls in einen Raum. Solang für eine bequeme Liegemöglichkeit sowie genügend Essen gesorgt ist... das würde mich nicht besonders stören! Vielleicht noch was zum schreiben.

Aber ich denke, das ist auch okay so. Denn im Grunde bedeutet es hauptsächlich eines. Und zwar nicht, dass ich ein furchtbar asozialer Mensch wäre (das auch, aber nicht soooo arg). Hauptsächlich heißt es, dass ich mit mir alleine zurechtkomme, ohne in mittelschwere Depressionen zu stürzen. Jedenfalls nicht mittelschwerer als jene, die ich auch in Gesellschaft bekomme. Ich kann über mich nachdenken (und das tut man früher oder später, wenn man alleine ist) und unvermeidliche Selbstgespräche führen - meist mental, manchmal aber auch wirklich im O-Ton. Und das ist gut. Denn wieviele Menschen können das noch?

Kommentare:

lost in addiction hat gesagt…

"hauptsächlich heißt es, dass ich mit mir alleine zurechtkomme, ohne in mittelschwere Depressionen zu stürzen."

alleine mit sich selbst zurechtkommen ist nicht schwer.
im ständigen kontakt mit anderen menschen, problemen und konflikten zu sein, sich nicht zu verstellen und dennoch mit sich selber im reinen sein, DAS ist doch die wahre schwierigkeit.

Skay hat gesagt…

stimm ich nicht zu.

denn nur mit sich allein zu sein, quasi face-2-face mit den abgründen der eigenen seele (oder berge der eigenen seele. oder seen. sandstrände? palmen? kokosnüsse? gummibärli? was auch immer.), ist... nun ja nicht leicht. solltest du doch auch wissen, das grad das erforschen der ureigenen komplexität (oder auch nicht) sowie diverser traumata (oder auch nicht) selten erfreulich ist - und ich mein so ganz ohne ausblenden von unschönen nebendingen.

hab aber auch nie behauptet, dass inniger kontakt zu andren leuten einfach oder einfacher wär, als allein zu sein ;-) hat auch alles seine vor- und nachteile... aber ich schweife ab und das thema aus. nicht gut.

bleibt nur noch gesagt: wie soll man überhaupt mit irgendwas im reinen sein, wenn man sich verstellt? verstellen is nich!